VDMA Kurzgutachten: Beschäftigungsauswirkung einer Batteriezellproduktion in Europa

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Allein durch die europäische Nachfrage nach Batteriezellen werden insgesamt 155.000 Arbeitsplätze generiert. Diese entstehen sowohl in den Fabriken, wie auch in den vorgelagerten Wertschöpfungsketten. Ein Fünftel dieser Arbeitsplätze ist dabei dem Maschinen- und Anlagenbau zuzuordnen. Die Arbeitsplätze und Wertschöpfung entstehen jedoch nicht zwingend in Europa selbst. Über den Erfolg der Zulieferer in der innereuropäischen Zellproduktion und global entscheiden Referenzen und Alleinstellungsmerkmale.

Die Studie des VDMA „Antrieb im Wandel“ hat eindrucksvoll gezeigt, dass, wenn durch stetige Elektrifizierung des Automobils, Bereiche der Wertschöpfung wegfallen, diese durch neu generierte Wertschöpfung potenziell sogar überkompensiert wer-den können. Die Potenziale und Chancen, die die Transformation der Mobilität für den europäischen Maschinenbau birgt, können aber nur genutzt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und Europa auch bei der Mobilität der Zukunft eine zentrale Rolle spielt.

Die Batterie als Herzstück der Elektromobilität ist dabei von strategischer Bedeutung und macht alleine 40 Prozent der Wertschöpfung eine E-Autos aus. 70 Prozent entfallen dabei auf die Batteriezelle. Potenziale in der Wertschöpfung und der damit zusammenhängenden Beschäftigung können in Europa deshalb nur über eine erfolgreiche Zellfertigung gehoben werden. Die Details werden in diesem Kurzgutachten analysiert.

Das enge Miteinander von Produktionstechnologie und Fahrzeugentwicklung ist dabei seit jeher Erfolgsgarant für die deutsche und europäische Automobilindustrie. Module und Packs werden schon heute i.d.R. durch die OEM selbst in Deutschland und Europa gefertigt. Hiervon profitieren unsere Mitgliedsunternehmen, die im Bereich der Modul- und Packfertigung tätig sind. In diesem Bereich der Wertschöpfungskette kann von einem maximalen Marktpotenzial für den europäischen Maschinen- und Anlagenbau ausgegangen werden.

Größeren Herausforderungen müssen sich die Maschinen- und Anlagenbauer im Bereich der Elektroden- und Zellfertigung stellen. Dabei ist davon auszugehen, dass insbesondere aufgrund der Transport- und Logistikkosten, Zellfertigung in Europa in der Größenordnung der europäischen Nachfrage entstehen wird. Bereits heute werden Fertigungen von asiatischen Herstellern in Polen, Ungarn und Deutschland aufgebaut. Daneben gibt es Bestrebungen europäischer Hersteller Zellproduktionskapazitäten in Europa aufzubauen. Nur durch sie kann das Exportgeschäft des europäischen Batterie-Maschinen- und Anlagenbaus erfolgreich aufgebaut und ein globaler Marktanteil von 25 bis 30 Prozent bis 2033 gesichert werden. Damit würde es auch gelingen, in den wichtigsten Märkten für die Elektromobilität, wie in China, Fuß zu fassen.

Entscheidend für den Erfolg sind Innovationen und Alleinstellungsmerkmale. Nur wer sich von der Masse abhebt und damit zur Verbesserung des Produktionsprozesses beiträgt, hat die Chance als Zulieferer zum Zuge zu kommen. Produktionsforschung ist eines der wichtigsten Instrumente für Prozessinnovationen und für die Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen. Hier muss Europa seine Stärken gezielt ausbauen und nutzen.

Der VDMA fordert dafür von der Politik in Deutschland und Europa Rahmenbedingungen, die Innovationen und Investitionen anregen, wie z.B. die allgemeine degressive Abschreibung und die die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung. Darüber hinaus sind die vorwettbewerbliche und breitenwirksame industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) zur Etablierung funktionierende Innovationsnetzwerke hilfreich sowie eine Verbundforschung mit branchenweiten Wissenstransfer. Diese sind als wichtige flankierende Instrumente zu stärken.

Ein Auszug der Studie steht im Anhang zur Verfügung. 

Mitglieder des VDMA erhalten die vollständige Studie in diesem Artikel per Myvdma-Login.

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